Mit einem Kick-Off-Treffen am CIRAC startete das Projekt „Situated Vulnerability: Approaching Old Age in Health and Care Technologies from a Feminist Ethics of Care Perspective“. Das Vorhaben wird im Rahmen des Elisabeth-List-Fellowship-Programms der Universität Graz gefördert und läuft über 20 Monate.
Das Projekt untersucht, wie digitale Gesundheits- und Pflegetechnologien Vulnerabilität bei älteren Menschen hervorbringen und verhandeln. Ausgehend von feministischer Care-Ethik und Age Studies entwickelt es das Konzept der „situierten Vulnerabilität“, um Narrative rund um ältere Menschen und Gesundheitstechnologien zu analysieren und sichtbar zu machen, wie gendered ageism, Paternalismus und epistemische Ungerechtigkeit in diese Technologien eingeschrieben sind. Vulnerabilität wird dabei nicht als Gegensatz zu Handlungsfähigkeit verstanden: Das Projekt fragt vielmehr, wie ältere Menschen in ihrem Umgang mit virtuellen Gesundheits- und Assistenztechnologien durch und in ihrer Vulnerabilität Agency ausüben. Ihr Wissen soll als epistemisch relevant anerkannt werden und in eine gerechtere, nicht-paternalistische Technikgestaltung einfließen. Die Ergebnisse werden abschließend in konkrete Empfehlungen für Entwicklerinnen, Gesundheitseinrichtungen und politische Entscheidungsträgerinnen übersetzt.
Geleitet wird das Projekt von Prof. Ulla Kriebernegg (Local Senior Fellow, CIRAC, Universität Graz) und Dr. Mónica Cano Abadía (Incoming Senior Fellow) als Co-PIs, in Kooperation mit den Junior Fellows Paloeka de Koning und Gesine Buurman. Lokale Kooperationspartner*innen sind Prof. Juliane Jarke und Prof. Giovanni Rubeis (beide Universität Graz), DDr. Susanna Krainz (Gesundheitsfonds Steiermark), Dr. med. Jakob Tettmann und Oskar Kohlenprat (Remembria). Ein hochkarätiges internationales Advisory Board mit Prof. Nicole Dalmer, Dr. Wolfgang Kratky, Dr. Daniel López Gómez, Prof. Barbara Marshall, Prof. Kim Sawchuk, Prof. Mark Schweda und Prof. Joan Tronto begleitet das Projekt.